Wege aus der Beziehungsfalle

Die Paartherapie nach Konrad Pinegger

Liebe und Frieden ist das, was wir suchen im Leben. Jeder in seiner Weise und mehr oder weniger erfolgreich. Der absolute Katalysator für die Zunahme von Liebe und Zufriedenheit im Leben ist die Paarbeziehung. Doch wir wissen auch, dass wir diesen „highway to heaven“ nicht immer als solchen nützen und manchmal dabei sogar in der „Hölle“ landen. Die Paarbeziehung ist für mich das absolut stärkste „Werkzeug“ zu persönlicher Entwicklung und Wachstum, doch niemand hat eine Gebrauchsanweisung geschrieben, wie man sie richtig anwendet, und bei falscher Bedienung entpuppt sich das, was als Quelle der Glückseligkeit gedacht war, als Born scheinbar ewig währenden Leidens und unbefriedigter Sehnsucht.
Ein schönes Bild dazu ist, dass das, was wir „Gott“ nennen, das allumfassende Ganze, sich in verschiedene Menschen aufteilt und verdichtet und wir als die menschlichen Puzzleteile eines einzigen Ganzen in der Partnersuche versuchen, die ursprüngliche Einheit und unser Ganz- sein wieder zu finden. Die Sehnsucht bringt uns auf den Weg, in der Nähe zu jemanden und in sexueller Verschmelzung unser Eins – sein wieder herzustellen.

Der Einklang mit einer anderen Seele verspricht uns, das verloren geglaubte Paradies  wieder zu finden und es verspricht es nicht nur. Die Frage ist nur, was die Liebe zum Bleiben veranlassen möge, denn oft schon bald treiben Erwartungen, Forderungen, Eifersucht und Anhaften einen Keil in den paradiesischen Einklang zweier Herzen.
Auf der Suche nach dem richtigen Partner projizieren wir alle, eigene positive Potentiale auf einen potentiellen Partner. Nach der Verliebtheitsphase und Rücknahme der Projektion schrumpfen Adonis und Ischtar zu normalen Menschen und der Beziehungskampf beginnt.
In unserer Frühzeit oder auch in karmischen Bereichen unseres Seins haben wir Beziehungsmuster gebildet. In unserem Unbewussten schlummert ein Beziehungsdrehbuch, welches sich in Szene setzt, sobald sich die Gelegenheit bietet. Der Verstand hat dieses Drama irgendwann entworfen, um die Angst des Einlassens mit jemand anderen abzuwehren. Denn von jeher wissen wir, dass die wahre Liebe die Schwester des Todes ist. Sie ist Hingabe, die Hingabe unserer Kontrolle an die ursprüngliche Einheit (Gott), aus der wir kommen und als diese wir uns eines Tage wieder
erkennen. Das Leben ruft uns dazu auf, unsere Angst, unser Gefühl von Getrenntsein am Altar der Liebe darzubringen und erhalten dafür unerschöpfliche Glückseligkeit.

Doch wie begehen wir dies es Ritual im täglichen Leben? Im täglichen Beziehungsalltag wirkt also unser inneres Beziehungsdrama und wir drängen unseren Partner als Schauspieler in eine Rolle in diesem Drama. Inzwischen kennen wir nämlich unseren Partner so gut, dass wir wissen, wie wir ihn fern steuern können, indem wir „seine Knöpfe“ drücken. Beide Partner verstricken sich also gegenseitig in ihrem eigenen Rollenspielnetzwerk. All das, um der Angst vor Hingabe Raum zu geben und das Drama hilft dabei, indem es eigene negative Muster bestätigt.
Eine Lösung könnte sein, unseren Partner als eine göttliches Geschenk anzusehen, der uns hilft, zu unserer Glückseligkeit zu gelangen, in dem wir um die Glückseligkeit des Partners bestrebt sind.
Die eigene Glückseligkeit stellt sich mit dem sich Verschenken an den anderen ganz von selbst ein. Zum einen dadurch, dass jedes Geben an den anderen selbst zur Freude gereicht und dann auch dadurch, dass, angetrieben von diesem positiven Kreislauf, der andere nun beginnen wird, sich um mein Wohlergehen zu sorgen (was in keinerlei Widerspruch steht zu der Gesetzmäßigkeit, dass jeder für sein Glück selbst verantwortlich ist). Die Frage, „was könnte ich meinem Partner geben“, tritt an die Stelle der Erwartungen, dass er mir geben sollte, was er mir schuldet, was er mir geben könnte oder wie er sich verändern muss, dass ich ihn lieben kann.

Hilfreich dabei ist, sich daran zu erinnern, dass ich meinen Partner in keinster Weise kenne, da er ein unendliches und im ständigen Wandel begriffenes Wesen ist, dass ich ihn, genau wie mich selbst, nicht wirklich kennen kann. Ich könnte aber versuchen, ihn für diesen Moment kennen zu lernen, indem ich z.B. einfach zuhöre, wie er seine Erfahrungen oder seine Wahrnehmung der Dinge mitteilt. An der Welt des anderen interessiert zu sein, schafft wahre Begegnung.
Andersherum bewirkt ein Bild vom andern, wie ein Schutzschild vor sich her getragen, beim andern ein ständiges Gefühl von nicht verstanden oder nicht gesehen werden. In meinen Paartherapie Workshops arbeite ich mit Paaren und Einzelnen in der Weise, die beschriebenen Gesetzmäßigkeiten des Beziehungslebens zu durchleuchten und zu transformieren, um die jeweilige Partnerschaft zur Quelle tief gehender Erfüllung, Freude und Begegnung zu machen. Dies wird gelingen, wenn wir lernen drei Dinge zu erkennen: Niemals hat der Partner oder eine andere Person uns je verletzt, der andere hat nur seine Rolle in meinem Drama gespielt und ich habe es nur zum Anlass genommen mich verletzt zu fühlen.
Ich kann meinen Partner nicht kennen, aber ich kann mich öffnen, ihn ständig neu zu erfahren. Ich sorge am besten für mein Wohlergehen indem ich mich (in einer Art die sich nicht über den andern stellt) um sein Wohlergehen sorge.
Im Erkennen dieser Gesetzmäßigkeiten kann das Beziehungsdrama in gelebte Authentizität, Zuneigung und Liebe verwandelt werden, so dass die Notwendigkeit der Angst vor Nähe weg fällt. Alle sind herzlich zu dieser Arbeit eingeladen, welche den Mut haben, das Abenteuer der wahren Begegnung mit seinem oder einem neuen Partner zu wagen.

Von Konrad Pinegger, Seminare für Psychologie im Seminarzentrum HERTZ,
Schule für Aus– und Weiterbildung Seminarzentrum HERTZ in Eggenfelden, Niederbayern!

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